Ein Spielplatzkataster ist das Verzeichnis aller Spielflächen und Geräte, für die ein Betreiber verantwortlich ist – mit Standort, Ausstattung und Prüfgeschichte. Klingt nach Verwaltungsarbeit, ist aber die Grundlage für alles andere: Ohne vollständigen Bestand kann niemand sicher sagen, ob wirklich jede Anlage geprüft wurde.
Was in ein Spielplatzkataster gehört
| Ebene | Angaben |
|---|---|
| Anlage | Name, Adresse, Koordinaten, Betreiber und Ansprechpartner, Art (Spielplatz, Bolzplatz, Fitnessanlage), Zielgruppe, Einzäunung, Zugänge, Hinweisschild |
| Gerät | Eindeutige Nummer, Gerätetyp, Hersteller, Baujahr bzw. Aufstelldatum, Material, maßgebliche Norm, freie Fallhöhe, Art des Fallschutzes, Foto |
| Unterlagen | Herstellerangaben zu Wartung und Ersatzteilen, Abnahmeprotokoll, Konformitätsnachweise |
| Historie | Alle Inspektionen mit Datum und Prüfer, Mängel mit Behebung, Reparaturen und Veränderungen |
Die Herstellerunterlagen sind kein Beiwerk: DIN EN 1176-7 sieht vor, dass Wartung und Inspektion auch die Angaben des Herstellers berücksichtigen. Fehlen sie, lohnt es sich, beim Hersteller nachzufragen – oft gibt es die Wartungsanleitung als PDF.
Schritt für Schritt zum Kataster
- Flächen sammeln: Liegenschaftsverzeichnis, Bebauungspläne, Wissen des Bauhofs, Kitas und Schulen. Erst die Liste aller Flächen, dann die Details.
- Begehung mit dem Handy: Je Anlage den Standort direkt vor Ort setzen, Übersichtsfoto, dann jedes Gerät mit Foto. Das geht schneller als jede Nachbearbeitung im Büro.
- Geräte eindeutig nummerieren: Fortlaufend je Anlage, gern auch mit Aufkleber. „Schaukel links“ ist nach dem nächsten Umbau nicht mehr eindeutig.
- Vorhandene Berichte nutzen: Der letzte Prüfbericht enthält meist schon Geräteliste, Hersteller und offene Mängel – das spart die Hälfte der Erfassung.
- Prüfrhythmus hinterlegen: Je Anlage, wann Sichtkontrolle, operative Inspektion und Hauptinspektion fällig sind.
- Pflegeregel festlegen: Wer trägt neue Geräte ein, wer entfernt abgebaute? Ohne diese Regel ist ein Kataster nach zwei Jahren veraltet.
Warum eine Karte mehr ist als eine Adressliste
Eine Adresse sagt wenig, wenn der Spielplatz hinter der Schule im Grünzug liegt. Mit Koordinaten findet jeder Mitarbeiter die Anlage, und auf der Karte wird der Zustand auf einen Blick sichtbar: grün geprüft, gelb Handlungsbedarf, rot gesperrt oder überfällig. Prüftouren lassen sich so planen, dass benachbarte Anlagen an einem Tag erledigt werden. Und wer ein kommunales GIS nutzt, sollte darauf achten, dass sich die Daten mit Koordinaten exportieren lassen.
Typische Fehler
- Nur Adressen, keine Koordinaten: Neue Mitarbeiter suchen, Anlagen werden übersehen.
- Geräte ohne Nummer: Mängel lassen sich nicht eindeutig zuordnen.
- Baujahr „geschätzt“ ohne Vermerk: Lieber „unbekannt“ eintragen als eine falsche Zahl.
- Einmal erstellt, nie gepflegt: Abgebaute Geräte stehen noch drin, neue fehlen.
- Kataster und Prüfungen getrennt: Wenn die Prüfung in einem anderen System läuft, passt der Bestand nie zum Bericht.
In OUTCHECK: Anlagen werden mit Standort auf der Karte angelegt, Geräte mit Foto erfasst – auf Wunsch erkennt die App den Gerätetyp aus dem Foto. Für die Anlage gibt es einen QR-Aufkleber, und alte Prüfberichte oder Excel-Listen werden eingelesen. Kataster und Prüfungen liegen damit in einem System: Funktionen ansehen oder so funktioniert der Wechsel.
Praxisüberblick in eigenen Worten. Ersetzt nicht die Normen und nicht die Beurteilung im Einzelfall.
