Hüpfburgen sind auf Festen und Geburtstagen der Renner. Die meisten Unfälle haben aber nichts mit dem Material zu tun, sondern mit dem Aufbau und dem Betrieb vor Ort. Grundlage ist DIN EN 14960-1 für aufblasbare Spielgeräte – und die Betriebsanleitung des Herstellers. Diese Fehler sehen wir als Verleiher und Prüfer am häufigsten.
1. Nicht alle Ankerpunkte genutzt
Warum das gefährlich ist: Eine Hüpfburg ist ein großes Segel. Schon eine Böe kann sie anheben oder umwerfen, wenn sie nur an einem Teil der Ankerpunkte befestigt ist.
So machen Sie es richtig: Immer alle Ankerpunkte verwenden, mit passenden Erdnägeln in ausreichender Länge. Auf Asphalt oder Pflaster nur mit den vom Hersteller vorgesehenen Gewichten sichern.
2. Bei zu viel Wind weiter betrieben
Warum das gefährlich ist: Wind wird unterschätzt, weil er am Boden schwächer wirkt als in drei Metern Höhe. Auch eine gut verankerte Hüpfburg kann bei Böen gefährlich werden.
So machen Sie es richtig: Die maximale Windgeschwindigkeit steht in der Betriebsanleitung. Mit einem einfachen Windmesser kontrollieren und bei Überschreitung sofort räumen und Luft ablassen.
3. Kein Fallschutz am Ein- und Ausgang
Warum das gefährlich ist: Kinder springen oder fallen beim Verlassen nach vorne – auf Pflaster oder harten Boden.
So machen Sie es richtig: Vor dem Eingang eine Aufprallmatte auslegen und den Bereich frei halten.
4. Zu nah an Zäunen, Bäumen und Stromleitungen
Warum das gefährlich ist: Hüpfburgen bewegen sich im Betrieb. Harte Hindernisse in der Nähe werden zur Aufprallgefahr, Stromleitungen über der Burg sind lebensgefährlich.
So machen Sie es richtig: Rundum ausreichend Abstand zu Hindernissen halten, keine Leitungen über dem Gerät, Gebläse und Kabel so legen, dass niemand stolpert.
5. Gebläse falsch aufgestellt
Warum das gefährlich ist: Ein verdecktes Ansaugloch, ein geknickter Schlauch oder ein Kabel in der Pfütze lassen die Burg zusammensacken oder gefährden durch Strom.
So machen Sie es richtig: Gebläse frei aufstellen, Ansaugung freihalten, Kabel und Stecker vor Nässe schützen und über einen Fehlerstromschutzschalter betreiben.
6. Keine oder schlechte Aufsicht
Warum das gefährlich ist: Zu viele Kinder gleichzeitig, große und kleine gemischt, Schuhe und spitze Gegenstände in der Burg: Die meisten Verletzungen entstehen durch Zusammenstöße.
So machen Sie es richtig: Eine erwachsene Aufsicht, die ständig dabei ist. Höchstzahl der Nutzer aus der Anleitung einhalten, Altersgruppen trennen, Schuhe, Brillen und Schmuck ablegen lassen.
7. Nasse oder verschmutzte Hüpfburg
Warum das gefährlich ist: Regen macht die Flächen rutschig, Steine und Äste auf der Fläche verursachen Verletzungen.
So machen Sie es richtig: Bei Regen Betrieb unterbrechen, vor der Nutzung abtrocknen und Fremdkörper entfernen.
8. Jährliche Prüfung vergessen
Warum das gefährlich ist: Nähte, Netze, Ankerpunkte und Gebläse verschleißen. Ohne regelmäßige Prüfung fällt ein Riss erst auf, wenn er aufgeht.
So machen Sie es richtig: Jede Hüpfburg mindestens jährlich von einer sachkundigen Person prüfen lassen und Prüfungen sowie Reparaturen in der Gerätehistorie festhalten.
In OutCheck: Das Hüpfburg-Modul prüft nach DIN EN 14960-1 mit Rechenregeln für Wandhöhe, Stufe, Auslauf und Anker. Jede Hüpfburg hat eine eigene Historie, und frühere Mängel erscheinen bei der nächsten Prüfung direkt am Prüfpunkt.
Praxisüberblick aus dem Hüpfburg-Verleih und der Prüfpraxis. Maßgeblich sind DIN EN 14960-1 und die Betriebsanleitung des Herstellers.
