Der Boden unter einem Spiel- oder Fitnessgerät entscheidet, wie schwer ein Sturz ausgeht. Trotzdem wird Fallschutz in der Praxis oft nur „angeschaut“ statt gemessen. Drei Werte gehören zusammen: die freie Fallhöhe, die Bodenart und – bei loser Schüttung – die Schichtdicke.
1. Die freie Fallhöhe richtig messen
Gemessen wird vom höchsten Punkt, von dem man stehend, sitzend oder hängend fallen kann, bis zur Fläche darunter. Der häufigste Fehler: Man misst die Gerätehöhe statt der Stand- oder Sitzfläche. Bei hängender Nutzung zählt nicht die Griffhöhe selbst, sondern ein festgelegter Abstand darunter.
2. Die Bodenart passend zur Fallhöhe
Harte Böden wie Beton oder Pflaster sind nur bei sehr geringen Fallhöhen zulässig, Rasen und Oberboden etwas darüber. Ab höheren Fallhöhen braucht es stoßdämpfendes Material: lose Schüttungen aus Sand, Kies, Rindenmulch oder Holzschnitzeln in definierter Körnung oder geprüfte Kunststoffbeläge.
| Typischer Fehler | Warum er gefährlich ist |
|---|---|
| Rindenmulch aus dem Gartenmarkt | Falsche Körnung mit hohem Feinanteil verdichtet und vermodert schnell und dämpft kaum noch. |
| Spielsand statt Fallschutzsand | Zu feiner oder lehmiger Sand verdichtet bei Nässe – die Dämpfung geht verloren. |
| Kies unter Geräten mit festem Stand | Lose Steine geben unter den Füßen nach; bei Geräten, die einen festen Stand verlangen, ist Kies ungeeignet. |
| Fallschutzplatten mit Fugen | Klaffende Fugen und hochstehende Kanten werden zu Stolperstellen; Platten können sich lösen. |
3. Die Schichtdicke an der dünnsten Stelle
Lose Schüttungen werden mit einem Zuschlag eingebaut, weil sich das Material verdrängt und verdichtet. Bei der Prüfung zählt aber nicht der Einbauwert, sondern der Mindestwert an der dünnsten Stelle – meist unter der Schaukel, am Rutschenauslauf oder unter der Absprungstelle.
- Mit einem Messstab an mehreren Stellen bis auf den festen Untergrund stechen.
- Den kleinsten Wert dokumentieren, nicht den Durchschnitt.
- Markierungen der Sollhöhe an Pfosten oder Fundamenten erleichtern die Sichtkontrolle.
4. Kunststoffbeläge nicht vergessen
Fallschutzplatten und fugenlose Beläge altern. Ob sie noch ausreichend dämpfen, lässt sich nur mit einer Messung nach DIN EN 1177 (HIC-Prüfung) sicher feststellen. Sichtbare Hinweise auf nachlassende Wirkung sind Verhärtung, Risse, Ablösungen und Pfützenbildung.
In OUTCHECK: Fallhöhe und Schichtdicke werden als Zahl erfasst, nicht als Freitext. Liegt die Schichtdicke unter dem Mindestwert, schlägt die App Stufe D vor, zwischen Mindestwert und Einbau-Soll Stufe C. Der Rechner im Prüfwissen zeigt, welche Bodenart bis zu welcher Fallhöhe zulässig ist.
Praxisüberblick in eigenen Worten. Grenzwerte im Einzelfall der gültigen Norm (DIN EN 1176-1, DIN EN 16630, DIN EN 1177) entnehmen.


